Vom 22. bis 25. August drehte sich in Wüsting bei Oldenburg alles um die Landwirtschaft: über 600 Aussteller, rund 70.000 Besucher, die Landtage Nord sind in jedem Jahr ein Treffpunkt für Fachpublikum, Verbraucher, Familien und andere Interessierte.



Die Landwirtschaft ist in Nordwest Niedersachsen geradezu ein Motor für die Transformation der ländlichen Region: Hochtechnologie trifft auf traditionelle Strukturen und Familienbetriebe. Automatisierung in der Tierhaltung, im Pflanzenanbau und bei der Ernte sind ebenso Thema wie Energieversorgung, Wasserwirtschaft, Tierwohl und Klimaschutz. Tourismus, Generationswechsel und Demografie sind weitere Stichworte, die für die Region und insbesondere für die Landwirtschaft von Bedeutung sind. Genügend Themen also für den 4N-Verbund, seine Vorhaben, Fragestellungen und erste Ergebnisse zu präsentieren und mit den Besuchern darüber in Kontakt zu kommen.
Unter der Rahmen-Fragestellung „Wie soll unsere Region in 10 Jahren sein“ gab es interaktive Beiträge aus den Teilvorhaben des Verbundes. Aus den vorhergehenden Veranstaltungen zum Transformationslabors konnten wir lernen, dass insbesondere interaktive und haptisch zugängliche Ausstellungsstücke, die an bereits bestehende Interessen und Kenntnisse der Besucherinnen und Besucher anknüpfen, diese zum Austausch und zum Verweilen einladen:


Ein kleines Modell mit Fotovoltaik-Modulen und einer Mini-Brennstoffzelle in einem Modellauto fand besonders Aufmerksamkeit. Nicht nur bei Kindern, auch bei Erwachsenen, die mit uns zum Thema (dezentrale) Energieversorgung ins Gespräch kamen.
Eine Auswahl an Acker- und Wiesenpflanzen an unseren Stand lud die Besucher ein, mit der die Pflanzenbestimmungs-App Flora Incognita zu experimentieren und deren Treffsicherheit selbst zu erproben. Mit überraschend vielen Besucherinnen und Besucher konnten wir hierüber einen Erfahrungsaustausch führen, über Anwendungen im eigenen Garten oder zu Wildpflanzen-Vorkommen im ländlichen Raum. Offensichtlich leistet die App einen ersichtlichen Beitrag zum Verständnis über biologische Vielfalt und Artenkenntnis.


Den Wandel in der Region konnten wir mit großformatigen Leporellos zum Durchblättern und Postern thematisieren. Regionale Auswirkungen des Klimawandels, Nahverkehr, gesundheitliche Versorgung und andere Infrastruktur, aber auch Wohnformen für ältere Menschen in ländlichen Regionen wurden dargestellt und waren Themen für Gespräche. Auch auf die RISING-Studie wurde aufmerksam gemacht, die eine Umfrage zur gesundheitlichen Situation im nordwestlichen Niedersachsen erstellt.
Wie zuvor bereits gab es auch in Wüsting viel Interesse an den Würfeln, auf denen die 17 Nachhaltigkeitsziele der Uno für 2030 dargestellt sind (Sustainable Development Goals, SDG, https://de.wikipedia.org/wiki/Ziele_f%C3%BCr_nachhaltige_Entwicklung) zusammen mit eigenen Handlungsmöglichkeiten in einfacher Sprache.


Der Aufruf „Wie soll deine Region in 10 Jahren sein“ mit der Aufforderung, seine Visionen vor Ort in eine analoge Schreibmaschine einzutippen, wurde ebenfalls wieder wie bei den vorherigen Veranstaltungen zum Transformationslabor angeboten.
Von etlichen Besucherinnen und Besuchern konnten wir ausführlich erfahren, welche Veränderungen sie beschäftigen. Hierbei wurden Konflikte zwischen Landwirtschaft und Siedlungsbau angesprochen, nachhaltige Produktion und Wirtschaftlichkeit, Landverbrauch durch Fotovoltaik und viele Themen mehr.
FAZIT |
Das Transformationslabor verfolgt mit den Besuchen von Messen in der Region das Ziel, auf direktere Ebene mit den Menschen in der Region ins Gespräch zu kommen und sich über die Fragestellungen des Projektes auszutauschen Der Austausch entwickelt sichmeist ausgehend von der Aufmerksamkeit, die haptisch zugängliche und optisch interessante Ausstellungsstücke finden – und ermöglicht es davon ausgehend, den Austausch zu eigenen Interessen und komplexen Erfahrungen weiterführend zu vertiefen.
Die nächste und letzte Veranstaltung in dieser Reihe wird ein 4N Beitrag zum Erntedankfest am 4. Oktober in Wilhelmshaven sein.
