Vom 24. bis 26. Juni findet im Kulturzentrum PFL in Oldenburg die Abschlusstagung des 4N Verbundes statt:
die von den Teilvorhaben des Verbundes erzielte Forschungsergebnisse werden vorgestellt,
zu zentralen Themen regionaler Transformationsprozesse werden auswärtige Experten eingeladen und
es findet ein öffentlicher Austausch mit Interessierten aus der Region darüber statt.
Das Themenspektrum siehe im beigefügten Call for Paper.
Beiträge können bis zum 15.3. angemeldet werden mit einem Abstract von bis zu 300 Worten und einer Kurzbiografie der Einreichenden. Es besteht die Möglichkeit, die Präsentationen in einem Tagungsband (Transformation Dynamics) zu publizieren.
Der zweite Band „Transformation Dynamics“ wurde veröffentlicht
Der zweite Band „Transformation Dynamics“ liegt nun vor, die enthaltenen neun Beiträge sind zum Download verfügbar.
Der Band widmet sich der Prozesshaftigkeit des Wandels und richtet den Blick auf die Dynamiken, die ihn in ländlichen Räumen antreiben, strukturieren und prägen. Dabei steht nicht nur die Analyse der stattfindenden Veränderungen im Mittelpunkt, sondern ebenso die Frage nach praxisorientierten Lösungsansätzen, die den Übergang zu resilienten und nachhaltigen Zukunftsräumen unterstützen. […]
Die hier versammelten Beiträge zeigen, wie tiefgreifend ökologische und technologische Veränderungen die lokalen Lebenswelten beeinflussen, und wie wichtig es ist, diese Dynamiken in ihrem jeweiligen Kontext zu verstehen. Der Band spannt einen weiten Bogen, den die Transformationsforschung als interdisziplinäres Arbeitsfeld eröffnet. Dieses reicht im vorliegenden Band von der Wahrnehmung von Klimafolgen, der raumzeitlichen Analyse ökologischer Netzwerke und der biologischen Vielfalt, Entwicklungen auf dem Gebiet regenerativer Energiegewinnung, historischen Entwicklungen von Landnutzungsänderungen ebenso wie verschiedener Veränderungen, die sich im Rahmen gesellschaftlicher Digitalisierungsprozesse ergeben.
In der Gesamtschau fügt sich der zweite Band der Publikationsreihe Transformation Dynamics in die aktuellen Diskurse zu Transformation und Nachhaltigkeit ein. Er zeigt, dass Nachhaltigkeit ein dynamisches Aushandlungsfeld ist, das nur im Zusammenspiel von Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft verstanden und gestaltet werden kann.
„Transformation Dynamics“ versteht sich damit als Beitrag zu einem interdisziplinären Verständnis von Wandel – als Einladung, Transformation nicht nur zu erforschen, sondern sie aktiv zu gestalten: wissensbasiert, partizipativ und mit einem Blick auf die Potenziale und Herausforderungen ländlicher Räume im 21. Jahrhundert.
An der Jade-Hochschule findet am 5. Juni ein Symposium zu dem Thema „Enabling boundaries: Rethinking Spatial Categories, Epistemic Challenges, and transformative Design Practices“ statt.
Zu diesem werden Interessierte mit einem „Call for Participation“ herzlich zur Teilnahme eingeladen. Beiträge können mit einem Abstract von maximal 300 Worten und einem kurzen Lebenslauf eingereicht werden. Als Deadline für Anmeldungen ist der 6. März gesetzt.
28./29.10. | Jahrestreffen: Transformations-Dynamiken im nordwestlichen Niedersachsen
Transformationsprozesse in ländlichen Räumen zählen seit etwa zwei Jahrzehnten zu den zentralen Gegenstandsbereichen inter- und transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung. Unter Bedingungen multipler Krisen – Klimawandel, Biodiversitätsverlust, demografischer Wandel, infrastrukturelle Fragilität und sozioökonomischer Restrukturierungen – gilt der ländliche Raum inzwischen nicht länger als peripherer Nachsorgebereich, sondern als ein dynamisches Labor gesellschaftlicher Zukunftsgestaltung. Forschungsverbünde wie 4N („Nordwest Niedersachsen Nachhaltig Neu“) bewegen sich damit im Zentrum aktueller Debatten um transformative Forschung, resiliente Regionalentwicklung, Governance regionalen Wandels und sozioökologische Innovationsprozesse.
Lesen Sie mehr in unserem beigefügten Beitrag über das diesjährige Jahrestreffen von 4N.
28.-30.10.2025 | International Scientific Wadden Sea Symposium (ISWSS) in Groningen
TEILVORHABEN 4
Vom 28.-30.10.2025 brachte das 16. Internationale Wattenmeersymposium 200 Teilnehmende aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden zusammen. Aus dem 4N Projekt nahmen Prof.in Dr.in Amelie Bernzen und Gesa Witt aus dem Teilvorhaben 4 teil. Ziel war ein wissenschaftlich fundierter Austausch darüber, wie natürliche und anthropogene Kräfte das Weltnaturerbe Wattenmeer beeinflussen. Stetig wachsende Herausforderungen, bedingt durch multiple Krisen wie Klimawandel oder Biodiversitätsverlust, machen Zusammenarbeit, Forschung und Austausch wichtiger denn je. Teilnehmende aus den Natur- und Sozialwissenschaften sowie aus Politik und Praxis diskutierten ein breites Spektrum an Themen aus unterschiedlichen Perspektiven – von kumulativen Belastungen über die Resilienz von Ökosystemen hin zu innovativen Ideen zu Nachhaltigkeitstransformationen.
Prof.in Dr.in Amelie Bernzen.
Prof.in Dr.in Amelie Bernzen moderierte eine Session zu tri- und internationalen Rahmenbedingungen für Schutz und Management des Wattenmeeres. Gesa Witt stellte Forschungsergebnisse zum Thema nachhaltige Tourismusentwicklung in der Biosphärenregion niedersächsisches Wattenmeer aus einer wachstumskritischen Perspektive vor.
Das Weltnaturerbezentrum (WEC)in Lauwersoog.
Neben spannenden Diskussionen, der Vertiefung bestehender und dem Knüpfen neuer Kontakte stellte der Besuch des in diesem Sommer neu eröffneten Weltnaturerbezentrums (WEC) in Lauwersoog ein besonderes Highlight dar: Hier wird aktiver Artenschutz in Form einer Seehundklinik mit Formaten für Bildung für nachhaltige Entwicklung verbunden, z.B. in Form einer interaktiven Ausstellung oder der Möglichkeit zur Durchführung von Workshops für verschiedene Zielgruppen.
10.25 | Transformationslabor: Die Präsentationsreise
Zum 4N Jahrestreffen am 28./29. Oktober wurde eine Auswertung der Erfahrungen zusammengestellt, die aus der Vorstellung des Verbundes in der Region resultierten: Der Beteiligung am Feierabendmarkt in Emden, der Dorfpartie in Cloppenburg, der Landtage Nord in Wüsting sowie dem Wochenende an der Jade und dem Erntedank in Wilhelmshaven. Zu diesen Anlässen wurden Ergebnisse und Beteiligungsmöglichkeiten vorgestellt und zahlreiche Gespräche mit Interessierten zu unseren Arbeiten geführt.
08.10.25 | Grüner Wasserstoff aus Emden. Vortragsabend mit der EWE HYDROGEN GmbH
Eröffnung durch Prof. Dr. Carsten Koch, Vizepräsident für Forschung, Wissenstransfer und Digitalisierung der Hochschule Emden/Leer.
Uwe Reimer erklärt den Effekt von CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern anhand der Nutzung von Einwegbechern.
Uwe Reimer bei der Überleitung vom allgemeinen Thema Wasserstoff zur aktuellen Großbaustelle von EWE in Emden-Ost.
Alexander Malchus erläutert die Stromkapazitäten am Standort.
Alexander Malchus gibt einen Überblick über die Auswirkung der Wasserstoffwirtschaft auf den internationalen Handel von Energieträgern.
Rückenwind für den Wasserstoff
Warum Wasserstoff? Passend zur aktuell kontrovers geführten Debatte über den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland und der Region fanden sich am Mittwoch rund 70 Vortragsgäste an der Hochschule Emden/Leer zusammen, um sich über die regionalen Vorhaben in diesem Zusammenhang und zur Technologie an sich zu informieren. Eingeladen hatten der Fachbereich Technik der Hochschule und die EWE Hydrogen GmbH.
Die EWE errichtet derzeit am Standort Emden-Ost einen 320 Megawatt-Elektrolyseur, der im Jahr 2027 in Betrieb gehen soll. Der hier erzeugte Wasserstoff könnte nach Angaben des Energieversorgers in Zukunft etwa 400.000 Tonnen Kohle und damit eine Million Tonnen CO2 einsparen. Eine Einführung in die Technologie, die hinter der Elektrolyse steckt, und warum gerade Wasserstoff ein wichtiger Baustein im künftigen Energiemix sein wird, gab Dr. Uwe Reimer als wissenschaftlicher Mitarbeiter den Anwesenden im Technikum der Abteilung Elektrotechnik und Informatik.
„Wasserstoff rechnet sich derzeit betriebswirtschaftlich noch nicht – aber volkswirtschaftlich“, so Reimer, der seit Jahren intensiv auf diesem Gebiet forscht. Als Beispiel griff er die Nutzung von Einwegbechern im Fastfood-Restaurant auf, die in der Anschaffung günstiger seien als Mehrwegbecher, in der Folge aber große Müllkosten verursachen, die wiederum von der Allgemeinheit getragen werden müssten. Analog verhält es sich mit den CO2-Emissionen durch die Verwendung fossiler Energieträger. Wasserstoff bietet hier eine Alternative, da er sowohl umweltfreundlich aus regenerativen Energien erzeugt und auch in großem Maßstab gelagert und transportiert werden kann, so der promovierte Chemiker, der sich im Rahmen des Projektes „4N – Nordwest Niedersachsen Nachhaltig Neu“ an der Hochschule mit Anwendungsmöglichkeiten von grünem Wasserstoff beschäftigt.
Auch Alexander Malchus von der Geschäftsfeldentwicklung & Strategie bei der EWE HYDROGEN GmbH räumte der Ressource Wasserstoff einen hohen Stellenwert im Energiemarkt der Zukunft ein. Nur unter dessen Einbezug werde sich die Energiewende realisieren lassen, die Dekarbonisierung gemeistert und die Unabhängigkeit von fossilen Importen gewährleistet werden können. Große Herausforderungen auf dem Weg dahin seien aktuell der Ausbau des Stromnetzes, um den Verbraucher deutschland- und europaweit zeitnah zu versorgen, die Speichermöglichkeiten und der Umgang mit dem überschüssigen Grünstrom – den man jedoch zu Spitzenzeiten beispielsweise sehr gut in Wasserstoff umwandeln könne, so Malchus. Der Experte der EWE wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Elektrolyseur, wäre er bereits in Betrieb gewesen, bereits vor zwei Jahren einen Großteil des am Umspannwerk Emden-Ost abgeregelten Strom in Wasserstoff hätte umwandeln können.
„Wir sind auf dem Weg, eine große Industrie aufzubauen“, so Malchus. Dafür brauche es jedoch auch die Unterstützung seitens der Politik, etwa im Bereich der strengen Strombezugskriterien bei der Elektrolyse. Die Regulierung müsse zumindest in der Anfangszeit der sich im Aufbau befindlichen Infrastruktur heruntergeschraubt werden, um attraktivere Bedingungen zu schaffen. Eine Maßnahme, die sich bei allen Herausforderungen lohne, zeigte sich Malchus gewiss. Die Küstenregion mit ihrer sehr guten Anbindung zur On- und Offshoreindustrie habe ein enormes Potenzial, um die Wasserstoffwirtschaft voranzutreiben. „Wir sehen uns hier als absolut wettbewerbsfähig.“ Dies bestätigte auch Prof. Dr. Carsten Koch, Vizepräsident für Forschung, Wissenstransfer und Digitalisierung, mit seiner Einschätzung: „Emden ist prädestiniert, zukünftiger Knotenpunkt für die Wasserstoffwirtschaft zu werden.“
04.10.25 | Großes Solar-Forschungsprojekt in Emden
Am Sonnabend, den 04. Oktober wurde im Teil „Echt Ostfriesisch“ im Sonntagsblatt Emden der Artikel „Großes Solar-Forschungsprojekt in Emden“ veröffentlicht.
Lesen Sie gerne im beigefügten Dokument näheres zum aktuellen Stand der Solaranlagen.
Vom 22. bis 25. August drehte sich in Wüsting bei Oldenburg alles um die Landwirtschaft: über 600 Aussteller, rund 70.000 Besucher, die Landtage Nord sind in jedem Jahr ein Treffpunkt für Fachpublikum, Verbraucher, Familien und andere Interessierte.
Die Landwirtschaft ist in Nordwest Niedersachsen geradezu ein Motor für die Transformation der ländlichen Region: Hochtechnologie trifft auf traditionelle Strukturen und Familienbetriebe. Automatisierung in der Tierhaltung, im Pflanzenanbau und bei der Ernte sind ebenso Thema wie Energieversorgung, Wasserwirtschaft, Tierwohl und Klimaschutz. Tourismus, Generationswechsel und Demografie sind weitere Stichworte, die für die Region und insbesondere für die Landwirtschaft von Bedeutung sind. Genügend Themen also für den 4N-Verbund, seine Vorhaben, Fragestellungen und erste Ergebnisse zu präsentieren und mit den Besuchern darüber in Kontakt zu kommen.
Unter der Rahmen-Fragestellung „Wie soll unsere Region in 10 Jahren sein“ gab es interaktive Beiträge aus den Teilvorhaben des Verbundes. Aus den vorhergehenden Veranstaltungen zum Transformationslabors konnten wir lernen, dass insbesondere interaktive und haptisch zugängliche Ausstellungsstücke, die an bereits bestehende Interessen und Kenntnisse der Besucherinnen und Besucher anknüpfen, diese zum Austausch und zum Verweilen einladen:
Ein kleines Modell mit Fotovoltaik-Modulen und einer Mini-Brennstoffzelle in einem Modellauto fand besonders Aufmerksamkeit. Nicht nur bei Kindern, auch bei Erwachsenen, die mit uns zum Thema (dezentrale) Energieversorgung ins Gespräch kamen.
Eine Auswahl an Acker- und Wiesenpflanzen an unseren Stand lud die Besucher ein, mit der die Pflanzenbestimmungs-App Flora Incognita zu experimentieren und deren Treffsicherheit selbst zu erproben. Mit überraschend vielen Besucherinnen und Besucher konnten wir hierüber einen Erfahrungsaustausch führen, über Anwendungen im eigenen Garten oder zu Wildpflanzen-Vorkommen im ländlichen Raum. Offensichtlich leistet die App einen ersichtlichen Beitrag zum Verständnis über biologische Vielfalt und Artenkenntnis.
Den Wandel in der Region konnten wir mit großformatigen Leporellos zum Durchblättern und Postern thematisieren. Regionale Auswirkungen des Klimawandels, Nahverkehr, gesundheitliche Versorgung und andere Infrastruktur, aber auch Wohnformen für ältere Menschen in ländlichen Regionen wurden dargestellt und waren Themen für Gespräche. Auch auf die RISING-Studie wurde aufmerksam gemacht, die eine Umfrage zur gesundheitlichen Situation im nordwestlichen Niedersachsen erstellt.
Wie zuvor bereits gab es auch in Wüsting viel Interesse an den Würfeln, auf denen die 17 Nachhaltigkeitsziele der Uno für 2030 dargestellt sind (Sustainable Development Goals, SDG, https://de.wikipedia.org/wiki/Ziele_f%C3%BCr_nachhaltige_Entwicklung) zusammen mit eigenen Handlungsmöglichkeiten in einfacher Sprache.
Der Aufruf „Wie soll deine Region in 10 Jahren sein“ mit der Aufforderung, seine Visionen vor Ort in eine analoge Schreibmaschine einzutippen, wurde ebenfalls wieder wie bei den vorherigen Veranstaltungen zum Transformationslabor angeboten.
Von etlichen Besucherinnen und Besuchern konnten wir ausführlich erfahren, welche Veränderungen sie beschäftigen. Hierbei wurden Konflikte zwischen Landwirtschaft und Siedlungsbau angesprochen, nachhaltige Produktion und Wirtschaftlichkeit, Landverbrauch durch Fotovoltaik und viele Themen mehr.
FAZIT |
Das Transformationslabor verfolgt mit den Besuchen von Messen in der Region das Ziel, auf direktere Ebene mit den Menschen in der Region ins Gespräch zu kommen und sich über die Fragestellungen des Projektes auszutauschen Der Austausch entwickelt sichmeist ausgehend von der Aufmerksamkeit, die haptisch zugängliche und optisch interessante Ausstellungsstücke finden – und ermöglicht es davon ausgehend, den Austausch zu eigenen Interessen und komplexen Erfahrungen weiterführend zu vertiefen.
Die nächste und letzte Veranstaltung in dieser Reihe wird ein 4N Beitrag zum Erntedankfest am 4. Oktober in Wilhelmshaven sein.
05./06.07.25 | 4N-Verbund präsentiert sich beim Wochenende an der Jade in Wilhelmshaven
Das Wochenende an der Jade ist das größte Stadtfest in Wilhelmshaven mit einer jahrzehntelangen Tradition und einem umfangreichen Programm von maritim über Bühnenshow bis Feuerwerk und zog in diesem Jahr um die 250.000 Besucherinnen und Besuchern an. Eine neu eingerichtete „Erlebnismeile“ bot am 5. und 6. Juli erstmalig die Möglichkeit für Vereine; Initiativen und Projekte, ihre Arbeit und ihr Engagement an zwei Tagen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das 4N-Projekt war mit einem Stand dabei.
Unter dem Motto „Wie soll unsere Region in 10 Jahren sein?“ konnten sich die Besucherinnern und Besucher über das Forschungsvorhaben informieren und im direkten Gespräch mit den Projekt-Beteiligten in den Austausch treten. Einzelne Aspekte der Teilvorhaben haben sich mit Ausstellungsobjekten und interaktiven Bildschirmpräsentationen vorgestellt.
Blickfang und Publikumsmagnet waren ein Infotisch mit bunten Würfeln zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen sowie das Modell einer Brennstoffzelle. Ihre Wünsche und Visionen für die Region konnten die Besucherinnen und Besucher auf einer mechanischen Schreibmaschine eintippen und an der Wünsche-Wand aufhängen: ein echtes analoges Erlebnis (und Erinnern), das gerne angenommen wurde, um eigene Anliegen auszudrücken. Kinder konnten aus Buchenholz-Klötzchen und Klebestreifen umklappbare Endlos-Würfel zusammenfügen und mit von ihnen ausgewählten Zukunftswünschen bekleben. Interessierten wurden Materialien aus der Projektarbeit zur Verfügung gestellt.
Die Resonanz aus dem Publikum war positiv. Es gab zahlreiche Besucherinnen und Besucher, die auch aus ihrem persönlichen Erfahrungsbereich berichteten und sich für die Arbeiten und ersten Ergebnisse des Projekts interessierten. Die Wünsche-Wand füllte sich im Laufe der beiden Tage mit Beiträgen von Menschen jeder Generation.
Der Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern der Region in Wilhelmshaven war die dritte Aktion im Rahmen des Transformationslabors, in dem wir größere Events in der Region besuchen und das 4N-Projekt vorstellen. Die Landtage Nord in Wüsting vom 22. bis 25. August reihen sich in die Event-Serie ein.
07.2025 | Die dritte Welle der Rising-Studie beginnt
INHALT DER FORSCHUNG
Gesundheit von Menschen in ländlichen Regionen ist bisher wenig untersucht worden. Um belastbare Date darüber zur Verfügung zu stellen, wie Nordwest-Niedersachsen, die gesundheitliche Situation der Bevölkerung und ihre Bedarfe sich verändern, führen wir zum ersten Mal in der Region eine Längsschnittstudie mit drei Erhebungswellen durch. Diese Studie heißt RISING „Resilient IndividualS in TransformING regions“(Resiliente Individuen in sich wandelnden Regionen).
Das Team um Prof.in Dr.in Jutta Lindert (Mitte) freut sich über alle Teilnehmenden der dritten Welle der Befragung.
TEILNAHMEZEITRAUM
Bis Mitte September können sich alle in der Region lebenden Menschen ab 18 Jahren an der Studie beteiligen.
Über den Link gelangen Sie zu folgender Website.
Nutzen Sie alternativ den QR-Code, um zu der Befragung zu gelangen.
TEILNAHMEMÖGLICHKEITEN
Online unter www.hs-emden-leer.de/sl/rising-studie sowie schriftlich per Fragebogen. Um den Fragebogen und einen frankierten Rückumschlag zu erhalten, können Interessierte eine E-Mail an rising@hs-emden-leer.de schreiben oder sich telefonisch unter 0152 0411 1762 melden. Oder scannen sie den QR-Code.
Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos.
21.05.25 | TV5 Rurban Design: Design-Lab in Esens
Am 21. Mai 2025 fand im Mehrgenerationenhaus „Im Giebel“ in Esens eine Sitzung des im Rahmen des Teilvorhabens Rurban Design geplanten Design Labs statt. Beteiligt waren Mitglieder des Forschungsteams, studentische Mitarbeitende sowie Bewohner:innen einer Wohnsiedlung aus den 1960er-Jahren, die ursprünglich von den Niedersächsischen Heimstätten errichtet wurde. Die Siedlung ist heute von einer sozial und kulturell vielschichtigen Bewohnerschaft geprägt – Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Bildungshintergründe und ökonomischer Lebenslagen leben hier zusammen. Dank der Unterstützung der AWO Wittmund gelang es, die Zielgruppe direkt anzusprechen und zur aktiven Teilnahme zu gewinnen. Ziel der Veranstaltung war die Erprobung eines eigens entwickelten Planspiels, das sich mit Fragen der Stadtentwicklung und konkreten Wohnsituationen beschäftigt – gemeinsam mit Vertreter:innen aus der Siedlung. Das Planspiel, das im Rahmen des Projekts entwickelt wurde, dient dazu, die komplexen Dynamiken städtebaulicher Planungsprozesse anschaulich, erfahrbar und bearbeitbar zu machen. Die Teilnehmenden schlüpften in drei typische Rollen realer Planungsprozesse:
Vertreter:in der Verwaltung,
Investor:in bzw. Eigentümer:in mit wirtschaftlichen Interessen,
Vertreter:in des Bewohnerrats der Siedlung.
Jede dieser Rollen bringt eigene Ziele, Wünsche und Zwänge mit – und muss sich im Laufe des Spiels mit den anderen auseinandersetzen. Im Zentrum des Spiels steht die gemeinsame Erstellung eines Diagramms, das auf einem dreigeteilten Spielfeld entwickelt wird. Mithilfe von Begriffen aus verschiedenen thematischen Kategorien werden städtebauliche Themen aus drei Perspektiven untersucht:
Theoretisch-konzeptionelle Ebene (z. B. Leitbilder, Bebauungspläne)
Konkrete räumliche Manifestation (z. B. Eingriffe in den Stadtraum)
Damit verbundenen Gedanken, Gefühle und Wünsche der Beteiligten
Das Planspiel fördert somit nicht nur Perspektivwechsel und Aushandlung, sondern macht auch komplexe Planungsfragen sichtbar, verhandelbar und gemeinsam bearbeitbar. Es ist ein Werkzeug zur partizipativen Stadtentwicklung, das Theorie, Praxis Raum, Subjektivität und die jeweiligen Abhängigkeiten in einem gemeinsamen Denk- und Spielprozess verbindet.
Der Tag verlief erfolgreich: Die Teilnehmenden zeigten großes Interesse und waren so engagiert, dass sie nach dem ursprünglich vorgesehenen Spielende noch zwei weitere Runden spielen wollten. Die gesammelten Eindrücke – darunter Videoaufnahmen und Gesprächsprotokolle – werden in den nächsten Schritten ausgewertet. Sie dienen dazu, das Spiel weiter zu reflektieren, zu optimieren und für den Einsatz mit weiteren Zielgruppen spielbereit aufzubereiten.
03/25 | Zukunft im Dorf mitgestalten – Jugendliche auf Zukunftstour in Gehrde
Wie können wir die Zukunft unseres Dorfes selbst mitgestalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt des FUTURE WALK, einem innovativen Beteiligungsformat das jungen Menschen die Chance bietet, eigene Zukunftsvisionen zu entwickeln und in den Austausch mit (politischen) Entscheidungsträger*innen zu kommen. Das Format wurde im Rahmen des Verbundprojekts „4N – Nordwest Niedersachsen Nachhaltig Neu“ von Projektbeteiligten an der Universität Vechta und der Universität Oldenburg entwickelt.
„Jugend in Deutschland 2024“
Quelle: Schnetzer et al. (2024). Trendstudie 2024 – Jugend in Deutschland. Verantwortung für die Zukunft? Ja, aber. Simon Schnetzer, Kempten.
Die Motivation zur Entwicklung des Formats ist ein wachsender Pessimismus unter jungen Menschen. Laut der aktuellen Trendstudie „Jugend in Deutschland 2024“ schwindet die Aussicht auf ein gutes Leben zunehmend. Eine zentrale Herausforderung für alle Akteure in der Gesellschaft ist laut den Studienautoren, Möglichkeiten zu finden, um junge Menschen für eine positive Vision zu begeistern und sie an Veränderungsprozessen zu beteiligen. Genau hier setzt das entwickelte Format FUTURE WALK an; die erste praktische Erprobung fand im Frühjahr in Gehrde statt.
Ideen sammeln, Visionen entwickeln
Zum Auftakt des Formats trafen sich Jugendliche im Gehrder Jugendtreff zu einem kreativen Workshop. Ziel war es, Orte im Dorf zu identifizieren, an denen sie sich in Zukunft mehr Leben, Begegnung und Aktivität wünschen. Ausgestattet mit Tablets gingen die Jugendlichen auf Entdeckungstour durch Gehrde und fotografierten ihre persönlichen Zukunftsorte. Auf Grundlage dieser Fotos wurden anschließend Ideen und Wünsche, was die Jugendlichen in Zukunft an diesen Orten erleben möchten, in kleinen Modellen visualisiert.
Dieser Einstiegsworkshop fand anschließend auch mit einer Gruppe von Mitgliedern des Gehrder Gemeinderats und weiteren interessierten Erwachsenen statt. Auch sie identifizierten ihre Zukunftsorte und formulierten Wünsche und Zukunftsvisionen für diese Orte. Beide Perspektiven wurden anschließend vom Projektteam zusammengeführt – und mithilfe von Künstlicher Intelligenz in Zukunftsbildern der verschiedenen Orte visuell dargestellt. Diese Bilder zeigen, wie es aussehen könnte, wenn die Ideen Wirklichkeit werden.
Gemeinsam durch das Gehrde von morgen
Den Höhepunkt des FUTURE WALK bildete ein gemeinsamer Spaziergang zu den ausgewählten Orten. Dort wurden die KI-generierten Zukunftsbilder gezeigt und diskutiert. Es entstand ein Dialog zwischen Generationen, zwischen Politik und Zivilgesellschaft, zwischen Vision und Realität.
Am Dorfteich wurde zum Abschluss des Spaziergangs bereits ein kleiner Teil dieser Zukunft greifbar: Ein Picknickbereich wurde aufgebaut, Menschen kamen ins Gespräch und genossen die Atmosphäre – ein Vorgeschmack auf das, was in Zukunft an diesem Ort häufiger passieren könnte.
Erste Ideen für ein lebendiges Gehrde
Die gesammelten Vorschläge reichen von mehr überdachten Fahrradstellplätzen, Hochbeeten und gemütlichen Liegeflächen bis hin zu Begegnungsorten für Jung und Alt sowie einer eigenen Hundewiese. Es sind kleine, aber wirkungsvolle Bausteine für ein lebenswerteres Dorf.
Zudem wurden konkrete erste Schritte vereinbart: Als erstes gemeinsames Projekt sollen Liegen aus Holz gebaut werden. Beim Bau sind die Jugendlichen gerne dabei und sie freuen sich darauf, wenn anschließend über ein Hinweisschild sichtbar wird, dass sie ihren Heimatort aktiv mitgestaltet haben.
21.05.25 | 4N auf dem Feierabendmarkt an der Hochschule Emden
Das anwesende Team von 4N vor Ort in Emden.
Am 21.Mai fand auf dem Gelände der Hochschule Emden der Feierabendmarkt statt. Schirmherr der Veranstaltung ist Rico Mecklenburg, der Präsident der Ostfriesischen Landschaft. Dreimal jährlich wird mit großer Beteiligung der Öffentlichkeit das Thema Nachhaltigkeit von vielen Akteuren, Firmen und Initiativen mit Angeboten und Informationen praktisch erlebbar gemacht. Die Koordinationsstelle für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung an der Hochschule organisiert die Veranstaltung.
Im Hintergrund zu sehen: Die Photovoltaikanlage aus dem Verbundprojekt.
Einer der Beiträge, auf den die Organisatorinnen in ihrer Einladung zu dieser Veranstaltung besonders hingewiesen haben, war die Vorstellung der Photovoltaikanlage, die im Rahmen des 4N Vorhabens konzipiert wurde. Interessierten wurden dazu Führungen angeboten. Darüber hinaus standen zahlreiche Projektbeteiligte des 4N Verbundes Oldenburg, Vechta und Emden für einen intensiven, thematisch breit angelegten Austausch zur Verfügung. Mit einer größeren Zahl interessierter Besucherinnen und Besuchern konnten zahlreiche, teils sehr ausführliche Gespräche über gesellschaftliche Veränderungen, Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten zu den verschiedenen Arbeitsbereichen des Verbundes geführt werden.
Hingewiesen werden konnte auf Beteiligungsmöglichkeiten wie die RISING-Studie, die eine umfangreiche Erhebung zur gesundheitlichen Situation im Nordwestlichen Niedersachsen durchführt.
So gab es neben dem Agilio Grillwagen, Beates Seifenkunst, der Imkerei Frühlingsblüte, dem Leichtbau Lastenrad der Hochschule, dem Jute Seele Unverpacktladen und vielen anderen Beitragenden auch die Projekt 4N Infomeile: Strukturwandel im ländlichen Raum …
Eine weitere Präsentation von Arbeiten aus dem 4N Verbund in öffentlichem Rahmen findet während der Dorfpartie im Museumsdorf Cloppenburg vom 29.5. bis 1.6. statt.
29.05.-01.06.25 | Nachhaltigkeit und Transformation auf der Dorfpartie im Museumsdorf Cloppenburg
Der Informationsstand von 4N, mit Blick auf die abgedeckte Vielfalt auf der Fläche des Museumsdorfes.
Letzte Vorbereitungen, um in die Interaktion mit Interessierten zu treten.
Während für vier Tage im Museumsdorf Cloppenburg über einhundert renommierte Aussteller aus nah und fern eine bunte Mischung von Kräutern und Stauden, Pflanzen aller Art, Kleinkunst, Mode, Accessoires und (Kunst-) Handwerk zwischen beeindruckender historischer Architektur und blühenden Gärten präsentierten, zeigte sich das wissenschaftliche Verbundprojekt 4N bestrebt, die zahlreichen Gäste für die Transformationsprozesse im nordwestlichen Niedersachsen zu sensibilisieren und mit ihnen in den Austausch über anstehende Veränderungsprozesse zu treten. Nachhaltigkeitsthemen im Kontext von schulischer Bildung, klimatischen Veränderungen und technologischen Herausforderungen der Zukunft wurden diskutiert, Lösungswege erörtert, Risiken angesprochen und dabei insbesondere der ländliche Raum mit seinen spezifischen Herausforderungen in Bezug auf die Mobilität oder auch die Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt. Alle Altersgruppen von kleinen Kindern bis hin zu älteren Menschen kamen um zu diskutieren und auch Dinge auszuprobieren, so beispielsweise in einem kleinen Modell zur Erzeugung von Wasserstoff durch Fotovoltaik.
Vergangenheit und Gegenwart
Da das Museum selbst mit seinen historischen Gebäuden von der Frühen Neuzeit bis hin zur Dorfdiskothek des 20. Jahrhunderts ein wunderbares Beispiel für die Transformation ländlicher Welten darstellt und in großformatigen Reproduktionen alter Fotographien oder modernen drehbaren Hinweistafeln diese Frage auch offen thematisiert, war hier ein perfekter Rahmen für einen Austausch zwischen Wissenschaft und Bevölkerung gegeben.
Austausch und Interaktion zum besseren Verständnis.
Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in Würfelform zum Einsatz in der Schule.
Aus wissenschaftlicher Perspektive bemerkenswert war dabei die Feststellung, dass viele Menschen Veränderungsprozesse zwar wahrnehmen, sie zum Teil auch als beunruhigend empfinden, aber als solche eher selten bewusst reflektieren. Die Begriffe „Transformation“ und „Nachhaltigkeit“ in ihren unterschiedlichen Ausprägungen bleiben oft abstrakt und in gewisser Weise inhaltsleer; eine Feststellung die letztlich unterstreicht, wie wichtig es ist, dass Wissenschaft und Gesellschaft in den Austausch treten und miteinander kommunizieren. Wie sagte einst Nelson Mandela: „Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern“. An besserer Bildung, an besserer Kommunikation und an einem besseren wechselseitigen Verständnis gilt es zu arbeiten, wollen wir die anstehenden Veränderungsprozesse nicht einfach erleiden oder erdulden, sondern zur Gestaltung einer besseren und lebenswerteren Welt nutzen. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, die weltweit der Sicherung einer positiven Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen, wurden in einem Teilprojekt des Verbundes 4N auf kleinen Würfeln didaktisch für den Schulunterricht aufbereitet. Sie stießen auf großes Interesse vieler Besucherinnen und Besucher unseres Standes auf der Dorfpartie.